Provinz Uppland

Die Geographie Upplands hat sich in der Eiszeit gebildet. Zuerst wurden mehrere Verwerfungen aufeinander geschoben. Die Verwerfungen brachen auseinander und wurden vom späteren Inlandeis abgeschliffen. Durch das Zurückziehen des Eises bildeten sich Moränen, die die Landschaft bis heute kennzeichnen. In dem entstandenen

hügeligen Flachland betragen die höchsten Erhebungen 50 bis 100 Meter.

Auf dem so entstandenen geologischen Boden befinden sich heute Waldgebiete, verschiedene Küstenlandschaften, flache Ebenen und Seen. Landwirtschaft wird in der Region um Uppsala betrieben. Die Seen laden zum Fischen, Schwimmen und Verweilen ein. Die Besiedlungsgeschichte von Uppland begann nachweisliche in der Bronzezeit. Archäologische und geologische Befunde ergaben, dass die Besiedlung Upplands aus dem Westen von Regionen Västmanland und Närke ausging. Zunächst wurden die Küsten- und Uferbereiche besiedelt. Gefundene Gegenstände bezeugen, dass Uppland sowohl in Nord- als auch in Südeuropa Handel betrieb. Der Wohlstand der Bevölkerung wuchs stetig. Grabbeigaben aus der Vendelzeit zwischen 550 und 800 n. Chr belegen die Verwendung von viel germanischer Ornamentik. Auf dem Fundplatz Birka wurden zahlreiche Gegenstände aus der Wikingerzeit gefunden. Im 11. Jahrhundert begann die Gestaltung von Runensteinen in hoher Anzahl. Im 12. Jahrhundert begann unter König Erik IX die Christianisierung Upplands. Es kam zu vollständigen Missionierung des sogenannten Heiden. Die Königswahl fand am Stein von Mora statt und der Erzbischofssitz wurde nach Uppsala verlegt. Wegen machtpolitischer und wirtschaftlicher Interessen kam es immer wieder zu kämpfen. Im 16. Jahrhundert wurde Uppland im Zuge der Reformation evangelisch. Ein Jahrhundert später war in Uppland erneut wirtschaftliche Blütezeit. In dieser Zeit wurden Schlösser gebaut, die Universität von Uppsala ausgeweitet und die Eisenverarbeitung verbessert. Im 18. Jahrhundert verwüsteten der Große nordische Krieg und eine Reihe von Missernsten das Land. Als die Kriegshandlungen eingestellt waren, erholte sich Uppland von seiner wirtschaftlichen und politischen Krise.

Heute kennzeichnet die Stadt Uppsala die Region Uppland. In einer der ersten Universitäten in Schweden befindet sich die sogenannte "Silberbiebel". Dieser wertvollste schwedische Buchschatz enthält eine Übersetzung der vier Evangelien vom Griechischen in das Gotische. Entstanden ist die "Silberbiebel" im 4. Jahrhundert und wurde von Bischof Wulfia anfertigen lassen. Ein Blick in die größte Kathedrale des Nordens - auch in Uppsala - zeigt die Gräber berühmter Persönlichkeiten. Dazu zählen: Gustav Wasa, schwedischer König im 16. Jahrhundert; Carl von Linné, schwedischer Naturwissenschaftler im 18. Jahrhundert; Johann III, schwedischer König im 16. Jahrhundert; Heiliger Erik, der bereits erwähnte König im 12. Jahrhundert, der Schweden christianisiert hatte. In der Stadt Sigtuna, die älteste Stadt Schwedens, steht das kleinste Rathaus Schwedens und eine Marienkirche aus dem 13. Jahrhundert. In Norrtälje, einer 1622 gegründeten Schärenstadt, die 1719 von den Russen zerstört worden war, wurde später Bad- und Kurort für die Oberste Gesellschaft. Im Norden von Uppsala sind Königsgräber zu besichtigen.