Menschen aus Uppsala

Der mit Abstand bekannteste Sohn der Stadt Uppsala ist der 1918 geborene Drehbuchautor und Regisseur Ingmar Bergman. Schon als Kind führte er selbst inszenierte Puppenspiele auf. Als Student der Literaturwissenschaften an der Universität Stockholm begann er, sich für Theater und Film zu interessieren. Er brach das

Studium ab, arbeitete als Regieassistent und leitete bereits im Alter von nur 26 Jahren das Stadttheater von Helsingborg. Internationale Berühmtheit erlangte Bergman mit Kinofilmen wie "Das Lächeln einer Sommernacht" (1955), "Die Jungfrauenquelle" (1960, "Oscar" für den besten ausländischen Film) oder "Fanny und Alexander" (1984, vier Oscars). 1997 ehrten ihn seine Kollegen während der Filmfestspiele in Cannes als "Besten Regisseur aller Zeiten". Ingmar Bergman starb 2007 auf der schwedischen Insel Farö.

Bereits seit 1477 ist Uppsala Universitätsstadt. Der Nachname eines Absolventen ist längst fester Bestandteil der weltweiten Alltagssprache: Anders Celsius. 1701 geboren, studierte Celsius an seinem Geburtsort Mathematik und Naturwissenschaften, errichtete dort das erste schwedische Himmelsobservatorium und schuf 1742 die Grundlagen für die noch heute gültige Celsius-Temperaturskala. Auch der Wissenschaftler Svante August Arrhenius (1859-1927) hinterließ der Nachwelt wichtige Forschungsergebnisse. Ebenfalls Uppsala-Absolvent, untersuchte Arrhenius unter anderem die Eigenschaften von Säuren und Basen. 1903 erhielt er als erster Schwede den ab 1901 vergebenen Nobelpreis für Chemie. Eine weitere Auszeichnung dieser Art ging an eine Tochter der Stadt Uppsala: Alva Myrdal (Jahrgang 1902) erhielt 1982 - gemeinsam mit dem Mexikaner Alfonso Garcia Robles - den Friedensnobelpreis. Die studierte Philosophin, Psychologin und Sozialwissenschaftlerin war nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich an der Gestaltung des schwedischen Wohlfahrtsstaates beteiligt. Weltweit engagierte sie sich für die Unterstützung politischer Flüchtlinge, als Botschafterin ihres Landes wirkte sie in Indien und Ceylon. Alva Myrdal starb 1986 in der schwedischen Ortschaft Danderyd nahe Stockholm. Ebenfalls mit dem Nobelpreis wurde der 1923 in Uppsala geborene Pharmakologe Arvid Carlsson ausgezeichnet, der die Signalübertragung im menschlichen Nervensystem untersuchte und für seine Arbeit - gemeinsam mit mehreren Kollegen - im Jahr 2000 die höchste wissenschaftliche Würde erhielt.

Internationale politische Bedeutung erlangte auch Hans Martin Blix, 1928 in Uppsala geboren. Der Rechtswissenschaftler engagierte sich ab Anfang der Sechziger Jahre als Vertreter seines Landes für die Abrüstung zwischen dem Warschauer Pakt und der NATO. 1978 wurde er schwedischer Außenminister. Ab 1981 stand Blix 16 Jahre lang der Internationalen Atomenergie-Kommission mit Sitz in Wien vor. In diese Zeit fiel auch die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Ab 2000 untersuchte Blix als Leiter einer UN-Kommission die Nuklearprogramme des Irak. Später kritisierte er das Vorgehen der USA und Großbritanniens, die den Irak-Krieg mit der Existenz von Massenvernichtungswaffen begründeten, auf die Blix jedoch keine Hinweise gefunden hatte.

Neben wissenschaftlichen und politischen Berühmheiten war und ist Uppsala auch die Heimatstadt zahlreicher Künstler und Autoren von nationalem und internationalen Rang. Zum Beispiel Anna Maria Lenngren (1754-1817), die sich im Wortsinn der Kultur der Aufklärung verschrieb und in ihren literarischen Werken frühzeitig die Gleichberechtigung der Geschlechter thematisierte. Oder die Geschwister Bruno (1860-1939) und Ruben Liljefors (1871-1936), der eine Maler und Tierillustrator, der andere Komponist.

Auch auf dem Gebiet des Sports hat Uppsala bekannte Sprößlinge zu bieten. Monika Aeijae, Jahrgang 1963, gehörte bis Ende der Achtziger Jahre der schwedischen Ski-Nationalmannschaft an, Ove Andersson (1938-2008) brachte es vom Rallyefahrer zum Formel-1-Teamchef, und Per-Ulrik Johansson (geboren 1966) spielt auf internationalen Turnieren professionell Golf.