Kultur von Uppsala
Die schwedische Stadt Uppsala ist die Residenzstadt der Provinz Uppland und nach Malmö, Göteburg und Stockholm die viertbevölkerungsreichste Stadt Schwedens. Aufgrund ihrer traditionsreichen und angesehenen Universität, Zentrum ihrer kulturellen Aktivitäten, und dem daher grossen Bevölkerungsanteil junger Menschen im
Stadtbild, ist Uppsala gleichzeitig historisch interessant und dennoch modern.
In der sie umgebenden Provinz Uppland mit ihren fünf Regionen gibt es zahlreiche Schlösser und Denkmäler zu besichtigen. Auch die archäologischen Spuren der Entstehung Schwedens lassen sich in Uppsala und im Uppland nachvollziehen, da das ursprüngliche Schwedenreich (Svea Rike) in dieser Gegend entstand.
Quer durch die Stadt fließt der Fluss Fyrisån, bevor er einige Kilometer weiter südlich in den Mälaren See mündet. So hieß Uppsala ursprünglich auch 'Aros', und später 'Östra Aros', was Flussmündung bedeutet und auf die Zeit der Wikinger zurückdeutet, in der der Fluss seinerseits noch in einen Fjord mündete, der inzwischen trockengelegt ist. Entlang des Flusses hat sich heute eine Kultur des Flanierens und der Entspannung gebildet, mit Parkbänken und Aussichtspunkten.
Zum Ende des 13. Jahrhunderts wurde statt 'Östra Aros' der Name 'Uppsala' gängig. Mehrere prunkvolle Kirchen wurden in dieser Zeit errichtet: die Kirche St. Per, die mindestens bis in das Jahr 1302 zurückgeht; die Dreifaltigkeitskirche, schriftlich gelistet zum ersten Mal im Jahr 1221; und die Kirche 'Unserer Lieben Frau' auf der Ostseite des Flusses. 1273 zog der Bischofssitz in Uppsala ein, und die Stadt erlebte einen Schwung von pilgernden Reisenden. 1302 wurden Uppsala die Stadtrechte verliehen. In der 1501 niedergebrannten königlichen Domäne 'Islandet', wohnte der Stadtvogt, und sie diente dem König als Unterkunft bei seinen Besuchen in Uppsala.
Nachdem im Jahre 1477 auf Geheiß des Erzbischofs Jakob Ulfsson die Universität von Uppsala als erst zweite Universität - und heute älteste existierende - in ganz Skandinavien gegründet wurde, war Uppsala zu Beginn des 16. Jahrhunderts das Zentrum des Svea Rike. Innerhalb der darauffolgenden zweihundert Jahre veränderte sich dieses Bild allerdings. Aufgrund der Reformation und der Abnahme der politischen Relevanz der Kirche verfielen die grossen Kirchen langsam; ihre Schätze zog die Krone ein. Der Wegfall der Kirche als lokaler Arbeitgeber hatte auch einen wirtschaftlichen Niedergang zur Folge. Menschen verliessen die Stadt. Erst die Unterstützung des Königs und der Bau des Schlosses Uppsala (1547) hielten den wirtschaftlichen Niedergang auf.
Obwohl die Universität zunächst nach Stockholm verlegt wurde, kehrte sie 1593 wieder nach Uppsala zurück, und wurde zum Zentrum des neuzeitlichen vom Wissen statt dem kirchlichen Glauben geprägten, kulturellen Selbstverständnisses Uppsalas. Auch die Entwicklung finanziell und architektonisch zunächst zurückwerfender Großbrände in den Jahren 1702, 1766 und 1809 konnte der Entfaltung der Stadt langfristig nichts anhaben. 1888 hatte Uppsala bereits 21.249 Einwohner.
Heute lassen sich viele dieser historischen Meilensteine anhand der erhaltenen Gebäude gut nachvollziehen. Die Domkirche, ist beispielsweise die größte Kirche Skandinaviens überhaupt. Die Schlossresidenz über der Stadt ist prächtig anzuschauen. Rund um die Universität gibt es die Universitätsbibliothek Carolina Rediviva, das Universitätsmuseum und das international anerkannte Münzkabinett zu bestaunen. Das reiche Studentenleben der Stadt hält die akademische Tradition mit zahlreichen Festen und Vereinen wach. Desweiteren ist ein Besuch des Botanischen Gartens (18. Jahrhundert), welcher dem Schloss angegliedert ist, lohnenswert. Auch der Garten von Linné und die Königsgräber von Gamla Uppsala sind ein kulturelles Muss.