Geschichte von Uppsala

Uppsala, eine Großstadt in der historischen Provinz Uppland, war bis weit in das 13. Jahrhundert hinein zunächst unter dem Namen Aros und später als Östra Aros bekannt. Aros bedeutet Flussmündung und bezog sich auf den damaligen Mündungsort des Flusses Fyrisan in den Fjord, der die Verbindung zur Ostsee herstellte. Ein

paar Kilometer weiter und weitaus interessanter war der Ort Gamla Uppsala (Alt Uppsala), der schon im 7. Jahrhundert als politisches und religiöses Zentrum der Wikingerkultur galt. Die drei großen Hügelgräber (Thor, Oden und Frey) werden Mythen zufolge oft als Königsgräber bezeichnet. Andere Legenden wiederum wollen wissen, dass es sich um die Gräber dreier Götter handelt. Die Existenz des vermuteten Uppsala- Tempels konnte bislang archäologisch nicht nachgewiesen werden.

Im Verlaufe der im 11. Jahrhundert in Schweden stattfindenden Christianisierung und zunehmendem Einfluss der Kirche verliert der Ort immer mehr seine ursprüngliche Bedeutung. 1164 wird Gamla Uppsala zum Sitz des Erzbischofs, Östra Aros jedoch bleibt weiterhin ein wichtiger Handelshafen für Handelsbeziehungen in Uppland und bis hin nach Norrland.

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts hat Gamla Uppsala schließlich soweit an Bedeutung verloren, dass Papst Alexander IV. schließlich dem Umzug des Bischofssitzes nach Östra Aros zustimmte. Die Verlegung erfolgte 1273, nach dem die Kirche in Gamla Uppsala abgebrannt war und man in Östra Aros bereits mit dem Bau einer imposanten Kathedrale begonnnen hatte. Bald darauf erfolgte auch die Umbenennung des Ortes in Uppsala. Quellen zufolge war dies auch dem Umstand geschuldet, dass der Papst der Verlegung nur unter der Bedingung zugestimmt hatte, dass die Kirche ihren ursprünglichen Namen behielt.

1302 erhielt Uppsala das Stadtrecht und entwickelte sich dank der Kirchendiener, Pilgerer und Reisenden zusehends. Immer mehr Kaufleute und Handwerker ließen sich in ihr nieder. Erzbischof Jacob Ulffson ist es zu verdanken, dass Uppsala ein "studium generale" (eine Universität9 erhielt. Er erwirkte die entsprechende Erlaubnis beim Papst. Wegen der Krönungen und als Treffpunkt bei wichtigen politischen Entscheidungen wurden Uppsala in dieser Zeit als heimliche Hauptstadt Schwedens betrachtet. Mit Einsetzen der Reformation und einem zunehmenden Einflussverlust der Kirche wurden die Klöster und andere Besitztümer im 16. Jahrhundert von der Krone eingezogen. Erst mit Beginn des Schlossbaues 1547 begann die Stadt, sich wieder zu erholen. Die Universität wurde zwar zeitweise nach Stockholm verlegt, aber 1593 kehrte sie wieder nach Uppsala zurück und prägte seither die Entwicklung der Stadt nachhaltig. Dank einer Schenkung Gustav II. Adolfs verfügte sie auch über hinreichend finanzielle Mittel. 1702 vernichtete ein Großfeuer fast die gesamte Stadt.

Mit der Industrialisierung und Errichtung einer Eisenbahnlinie im 19. Jahrhundert trat auch in Uppsala wieder eine positive wirtschaftliche Entwicklung ein, wenn sie sich auch als industrielles Zentrum nie etablieren konnte. Heute ist die Stadt vor allem geprägt durch ihre Universität sowie biomedizinische und pharmazeutische Unternehmen.